Meine Afrikaner

Für mich einer der schönsten Prachtfinken überhaupt, der Veilchenastrild

Hier möchte ich nach und nach, meine Ostafrikaner vorstellen die ich 1994 bis 2001 in 2 Gemeinschaftsvolieren hielt und welche ich gerne im Zusammenhang mit meinem Projekt 2018-2019 wieder halten würde. Als ich 2001 aus beruflichen Gründen leider mein geliebtes Hobby aufgeben musste, war ich froh das der erfahrene, leider 2016 viel zu früh verstorbene Vogelhalter und Züchter

Urs Schild meine Vögel übernahm und ihnen eine Artgerechte Haltung und Fütterung garantierte. Ich war beruhigt, dass meine Vögel ein neue, hervorragende Unterkunft erhielten. Gleich zu Anfang möchte ich meine beiden liebsten Afrikaner präsentieren, Veilchenastrild und Granatastrild, welche mich beide durch ihre Farben und ihre Eleganz faszinieren. Beide Arten sind sehr wärmeliebend und eignen sich nur für Innenvolieren welche mit speziellen Lampen ausgestattet sein sollten um mindestens

10 Stunden ideale Lichtverhältnisse und Sonnenschein für diese Exoten zu bieten. Alle Beschreibungen und Texte sind von entsprechenden Seiten aus dem Internet, welche ich am Schluss immer kurz durch meine eigenen gemachten Erfahrungen bei der Haltung der betreffenden Prachtfinken ergänze. In der Wildnis Afrikas, konnte ich immer wieder beobachten, wie Prachtfinken meist am Boden und an Grashalmen nach Futter suchen und wie sie oft und gerne baden.

Veilchenastrild  Uraeginthus ianthinogaster  Purple Grenadier

Veilchenastrilde erreichen eine Körperlänge von etwa 13,5 Zentimeter. Das Männchen ist oberseits großteils rötlich braun gefärbt. Dabei heben sich vor allem der hintere Kopf, der Hinterhals und die Halsseiten durch ihre rotbraune bis rostfarbene Färbung vom übrigen Gefieder ab. Der Schwanz ist schwarz. Die Oberschwanzdecken sind sattblau. Der Bürzel, der Bauch und die Gesichtszeichnung sind blau und die Augenringe rot. Beim Weibchen ist der Rücken braun, die Unterseite heller gefärbt. Die Brust ist gelbbraun getupft. Der Schwanz ist blau. Über und unter dem Auge befindet sich ein hellblauer Strich. Anders als beim Männchen, ist der Lidrand nicht rot, sondern weißlich, blass-lila oder bläulich. Der Oberkopf, der Hinterhals und die Halsseiten sind blasser rotbraun als beim Männchen. Beide Geschlechter haben rote Schnäbel. Läufe und Füße sind schwärzlich. Der Jungvogel hat einen dunklen, schwärzlichen Schnabel und ein Gefieder in warmen Brauntönen mit blauen Oberschwanzdecken. Der Schanz ist ansonsten schwarz. Wie beim Granatastrild mausern Jungvögel schon sehr früh ihr Kopfgefieder. Im Flug ruft der Vogel leise und undeutlich. Wie der Dunkelrote Amarant verfügt der Veilchenastrild über einen trillernden Kontaktruf, der beim eng verwandten Granatastrild fehlt. Dagegen ist der Alarmruf dem des Granatastrilds sehr ähnlich. Veilchenastrilde verfügen außerdem über zwei sehr verschiedene Gesänge. Mit neun klangvollen, weit hörbaren Tönen rufen Veilchenastrilde nach dem abwesenden Partner. Der andere Gesang ist ein Trillergesang mit leise schwirrenden Tönen.

Vorkommen und Lebensweise

Der Veilchenastrild kommt in Ostafrika vom äußersten Südosten des Sudans über den Süden Äthiopiens und den Norden Somalias bis in den Nordosten Ugandas und über Kenia bis in das nordöstliche Tansania vor. Der Veilchenastrild bewohnt aride Buschlandschaften, Savannen und lichte Wälder. In Somalia lebt er in Höhenlagen zwischen 900 und 1600 Meter über NN. In Kenia kommt der Veilchenastrild vor allem in Höhenlagen unter 2000 Meter vor. Er gilt als Standvogel. Veilchenastrilde sind scheue Vögel, die sich in der Regel in der Nähe eines Unterschlupfs aufhalten. Sie leben meist in kleinen Schwärmen oder Familiengruppen, gelegentlich auch in Gemeinschaft mit anderen kleineren Körnerfressern. Er ernährt sich von Grassamen sowie den Samen anderer krautartiger Pflanzen. Er frisst auch Knospen und Insekten, während der Brutzeit vor allem Termiten.

Prachtfinken

Fortpflanzung

Die Fortpflanzungszeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet. In Somalia fällt sie beispielsweise in den Monat Juni. In Tansania brüten Veilchenastrilde dagegen in der Zeit von Dezember bis Februar. Wie die anderen Blauastrilde zeigen Veilchenastrilde eine Halmbalz. Sie wird meist auf dem Boden ausgeführt. Dem Männchen obliegt die Hauptverantwortung für den Bau des Nestes. Beide Geschlechter sind jedoch am Bau des Nestes beteiligt. Auffällig ist, dass das Männchen auch nach der Fertigstellung des Nestes noch weiterhin Federn einträgt. Das kugelförmige Nest mit Seiteneingang wird in einem niedrigen Busch oder Baum aus Grashalmen und anderen pflanzlichen Materialien gebaut und dick mit Federn ausgepolstert.

Beide Elternteile, vor allem jedoch das Weibchen, bebrüten die drei bis fünf Eier etwa zwei Wochen lang. Gemeinsam füttern sie die Küken. Die Nahrung der Jungvögel besteht zunächst aus weichen Insekten, dann aus weichen Samen. Noch vor dem Ausfliegen mit etwa drei Wochen wird die Kost auf härtere, reife Samen umgestellt.

Der Brutparasit des Veilchenastrilds ist die Strohwitwe.

Haltung

Veilchenastrilde wurden bereits 1928 und 1933 nach Deutschland und England importiert, jedoch sind sie erst seit den 1960er Jahren regelmäßig im Vogelhandel erhältlich. Die Erstzucht gelang 1957 in England. Nachzuchten sind jedoch nach wie vor verhältnismäßig selten. Als territoriale Art können die Männchen während der Brutzeit aggressiv werden. Sie können daher nur außerhalb der Fortpflanzungszeit in einer Gesellschaftsvoliere gehalten werden.

Meine Erfahrungen schwierig in der Eingewöhnungsphase, braucht viel Wärme und halbreife Samen, dies wohl auch deshalb da bis 2007 fast nur Wildfänge erhältlich waren. Bei mir war der Veilchenastrild Hahn immer friedlich auch gegenüber Blaukopfastrild und Granatastrild. Dies sicherlich auch, da die Biotopvoliere gross war.

Prachtfinken
Prachtfinken
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Granatastrild  Uraeginthus granatina  Violet-eared waxbill or common grenadier 

Beschreibung

Granatastrilde haben eine Körperlänge von 13 bis 14 Zentimeter und gehören damit zu den großen Prachtfinkenarten. Der Schnabel ist leuchtend rot. Dieses Rot wiederholt sich auch um die Augen, die von brauner Farbe sind. Die Wangen sind lila und mitunter durch einen feinen Streifen gegen das übrige Federkleid, das von dunklem Kastanienbraun ist, abgesetzt. Die Weibchen ähneln dem Männchen in ihrem Federkleid, an ihrer Körperunterseite sind sie jedoch etwas heller gefärbt. Der Gesang wird von beiden Geschlechtern vorgetragen. Er ist zwitschernd, schleifend und flötend.

Verbreitung und Lebensweise

Das Verbreitungsgebiet des Granatastrilden ist der größte Teil des südlichen Afrikas. Es reicht vom Süden Angolas über den Westen Sambias und über NamibiaBotswana bis in den Norden Südafrikas. Es gibt ferner ein beschränktes Verbreitungsgebiet im südlichen Mosambik. Dabei kann es sich jedoch auch um Gefangenschaftsflüchtlinge handeln. Der Lebensraum der Granatastrilde sind die trockeneren Dornbuschsavannen sowie lichter Akazienwald. Granatastrilde leben paarweise oder in kleinen Gruppen, jedoch niemals in größeren Schwärmen. Sie sind gelegentlich mit Blau- und Buntastrilden vergesellschaftet. Ihre Nahrung suchen Granatastrilde überwiegend am Boden. Sie fressen überwiegend kleine Sämereien, vor allem Grassamen, daneben Fruchtfleisch, Nektar und Insekten. Sie sind in der Lage, Samen direkt aus den Grasähren zu klauben, indem sie die einzelnen Halme mit einem Fuß an sich heranziehen und festhalten.

Die Fortpflanzungszeit des Granatastrilds fällt in Südafrika und Simbabwe in die Zeit von Januar bis Mai und damit in den südlichen Spätsommer und Herbst. Die Balz ist eine Halmbalz, bei der das Männchen einen Grashalm im Schnabel trägt und mit diesem auf das Weibchen weist. Sie sind territoriale Vögel, die die Umgebung um ihr Nest verteidigen. Granatastrilde sind Freibrüter, die ihr Nest freistehend im Gebüsch bauen. Als Nistmaterial verwenden sie weiche Gräser, Grasripsen und Wurzeln. Das Weibchen legt zwischen 3 und fünf Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 13 Tage.

Brutparasit des Granatastrilds ist die Königswitwe.

Haltung als Ziervögel

Als europäische Ersthalterin eines Granatastrilds gilt Madame de Pompadour, die 1754 ein Männchen als Geschenk erhielt und dieses drei Jahre lang pflegte. In größerer Anzahl wurden Granatastrilde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Europa importiert. Die ersten Vögel dieser Art gelangten vermutlich 1874 nach Deutschland. Seit 1950 werden Granatastrilde verhältnismäßig regelmäßig importiert, sie gehören trotzdem aber zu den seltenen Vögeln. Nachgezüchtet wird diese Art nur von wenigen Spezialisten.

Granatastrilde gelten als sehr anspruchsvoll in der Haltung, da sie sonnen- und wärmeliebend sind. Sie benötigen für die Haltung eine große Innenvoliere oder eine Gartenvoliere, zu der ein Schutzraum gehört, dessen Raumtemperatur nicht unter 25 Grad Celsius sinkt. Für ihr Wohlbefinden benötigen sie außerdem zwischen 12 und 14 Stunden Licht am Tag, was insbesondere im Winterhalbjahr mit Tageslichtlampen sichergestellt werden muss.

Meine Erfahrungen mit Veilchen- und Granatastrild

Ich hielt je ein Paar dieser schönen Prachtfinken in der grossen Grasland Biotop Voliere, habe aber beide Arten vorerst in einem grossen Boxenkäfig bei Wärme und viel Licht (Arcadia Bird Light) und fütterte vorwiegend halbreife und reife Sämereien. Danach erwiesen Sie sich als robuste Prachtfinken und trotz den vielen Hinweisen in der Fachliteratur waren auch sie friedfertig gegenüber Arten mit viel rot oder blau im Gefieder. In der Biotop Voliere hatte sich seit Anfang an ein natürliches Gleichgewicht ergeben, da es ja auch immer genügend Flucht Möglichkeiten gab. Streitereien waren höchst selten. Bei den Veilchenastrilden kam es zwar zum Nestbau aber leider hatte ich nie Bruterfolge. Zur erfolgreichen Zucht sind für beide Arten, grössere Zuchtvolieren mit viel Gestrüpp und Grasschollen sehr zu empfehlen. Diese beiden Arten faszinieren mich immer wieder aufs Neue, durch die Kombination der Farben ihres Federkleids. Leider sind Zuchterfolge noch immer leider rar  und man sieht diese Prachtfinken auch auf Ausstellungen oder Börsen. Ich wäre dankbar wenn sich Halter und Züchter melden würden!  Schreib mir: zambeziland@bluewin.ch

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2 Pärchen an einer Wasserpfütze

Senegalamarant  Lagonosticta senegala  Red-billed firefinch or Senegal firefinch

Der Senegalamarant ist eine afrikanische Vogelart aus der Familie der Prachtfinken (Estrildidae), der einen großen Teil der Afrotropis besiedelt. Die Art wird heute in sechs Unterarten unterschieden. In älterer Literatur finden sich auch mehr Unterarten aufgeführt. Der Senegalamarant zählt zu den am häufigsten gehaltenen afrikanischen Prachtfinkarten. Entsprechend haben sich eine Reihe deutscher Trivialnamen eingebürgert. Er wird unter anderem Kleiner Amarant, Roter Amarant, Roter Astrild und Zwergblutfink genannt. Die Unterart Laganosticta senegala brunneiceps trägt die deutsche Bezeichnung Braunkopfamarant und die Unterart L. s. ruberrima wird Prachtamarant genannt.

Beschreibung

Der Senegalamarant wird zwischen 9,5 und 11 Zentimeter lang. Die Männchen sind einschließlich des Schnabels an Kopf und Rumpf rot gefärbt, haben einen schwarzen Schwanz und braune Flügel. Die Brustseiten, bei einigen Unterarten auch die Brustmitte, weist wenige bis zahlreiche winzige weiße Pünkten auf. Die Augenfarben ist braun bis dunkelrot. Der Lidrand ist auffallend gelb. Der Schnabel ist blassrot mit einem schwärzlichen First. Die Weibchen sind je nach Unterart gelblich erdbraun bis graubraun. Die Kopfseiten und bisweilen auch die Brust und der Rücken sind bei einigen Unterarten rötlich überwaschen. Auf der Körperunterseite ist das Gefieder heller und bei manchen Unterarten gelblicher. Sie haben genau wie die Männchen Brustseiten mit einer variablen Anzahl an weißen Pünktchen. haben einen roten Schnabel und eine rötliche Brust. Jungvögel sind fahl bräunlichgrau, wobei der Ton je nach Unterart heller oder dunkler ist.

Verbreitung, Lebensraum und Lebensweise​

Die Art kommt in großen Teilen Afrikas südlich der Sahara als Brutvogel vor. Das Areal wird auf rund 10 Millionen Quadratkilometer geschätzt. Ihr Lebensraum sind überwiegend trockene Savannen- und Buschlandschaften. Er kommt hier bevorzugt in dichten Akazienbüschen vor, die sich an den Ufern von Flüssen befinden. Er ist allerdings auch am Wüstenrand sowie auf Lichtungen im Regenwald zu beobachten. In einzelnen Regionen kommt er auch in größeren Höhenlagen vor. So wird er in Addis Abeba in Höhen von 2.200 Meter angetroffen und kommt im südlichen Afrika noch in Höhen von 1.700 Meter über NN. vor. Er ist außerdem ein Kulturfolger und kommt auch in Dörfern in der Sahelzone vor, einem Gebiet, das er ansonsten nicht besiedelt.[2] Er besiedelt auch das Randgebiet von Städten. Generell ist er sehr wenig scheu und sucht beispielsweise auch inmitten von Haushühnern nach Nahrung. Er lebt paarweise und ist nach der Brutzeit in kleinen Schwärmen zu beobachten. Gelegentlich vergesellschaftet er sich mit RosenamarantenSchmetterlingsastrildenAtlasfinken sowie Sperlingen. Eine saisonale Wanderung wurde für diese Art ebenfalls nachgewiesen. Der Senegalamarant ernährt sich hauptsächlich von Grassamen und Getreidekörnern. Der Nestbau erfolgt in Gebüschen. Es werden drei bis sechs Eier gelegt. Der Ruf klingt wie ein ansteigendes „chick-pea-pea-pea“.

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Brutparasitismus durch die Rotfuß-Atlaswitwe

Für die brutschmarotzende Rotfuß-Atlaswitwe, die zur Familie der Witwenvögel zählt, ist der Senegalamarant die vermutlich einzige Wirtsvogelart. Die Rotfuß-Atlaswitwe, die mit einer Körpergröße von 11 bis 12 Zentimeter größer als der Senegalamarant, kommt in fast dem gesamten Verbreitungsgebiet des Senegalaramants vor. Der Parasitierungsgrad ist hoch: Im Senegal wiesen 36 Prozent aller untersuchten Nester des Sengalaramants auch Eier der Rotfuß-Atlaswitwe auf. In Sambia betrug der Parasitierungsgrad sogar 42 Prozent.

Senegalamaranten zeigen wenig Abwehrverhalten gegenüber dem brutschmarotzenden Verhalten der Rotfuß-Atlaswitwe. Zur Eiablage durch die Rotfuß-Atlaswitwe kommt es sogar, während einer der beiden Elternvögel des Senegalamarants auf den Eiern sitzt. Anders als bei vielen anderen brutschmarotzenden Vogelarten entfernt die Rotfuß-Altaswitwe kein Ei aus dem Gelege des Wirtsvogels. Johngard weist allerdings darauf hin, dass die Eier für die Rotfuß-Atlaswitwe bei der Eiablage nicht sichtbar sind, da beginnend ab dem ersten Ei ein Elternvogel des Senegalamarant fest auf dem Nest sitzt. Es kommt immer wieder vor, dass mehrere Weibchen der Rotfuß-Atlaswitwe Eier in ein spezifisches Nest legen. Bis zu sechs Eier von Rotfuß-Atlaswitwen wurden in einem einzelnen Nest von Senegalamaranten gefunden. Mehr als vier Eier von Rotfuß-Atlaswitwen sind jedoch die Ausnahme.

Es gibt Belege dafür, dass der Senegalamarant durch den Parasitismus der Rotfuß-Atlaswitwe keinen Reproduktionsnachteil erleidet. In einer Untersuchung zeigte sich, dass die Nester nicht parasitierter Senegalamaranten durchschnittlich 3,5 Eier umfassen. In parasitierten Nestern dagegen finden sich nur geringfügig weniger Eier des Senegalamarants: Im Schnitt wiesen die parasitierten Neuer 3,4 Eier des Senegalamarants und 2,2 Eier der Rotfuß-Atlaswitwe auf. M. Y. Morel kam in einer 1973 veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass die höhere Eianzahl im Nest ein „Super-Stimulus“ für die Wirtsvogeleltern darstelle, da parasitierte Nester durchschnittlich weniger häufig von den Wirtsvögeln aufgegeben werden als nicht parasitierte. Bei parasitierten Nestern kommt es nur in 45,7 Prozent der Fälle zur Nestaufgabe. Bei nicht-parasitierten Nestern wird in 56,3 Prozent die Brut abgebrochen. Das in einem parasitierten Nest durchschnittlich nur 2,1 Nestlinge des Wirtsvogels flügge werden, während es in einem nicht-parasitierten Nestern 2,8 Nestlinge sind, wird durch diese geringere Grad an Nestverlusten kompensiert. Der Bruterfolg gemessen an flügge werdenden arteigenen Jungen pro gelegten Eiern ist für den Senegalamarant gleich hoch. Dies erklärt auch, warum es für den Senegalamarant keinen evolutionären Druck gibt, Abwehrmechanismen gegen das brutschmarotzende Verhalten der Rotfuß-Atlaswitwe zu entwickeln.

Haltung

Der Senegalamarant gehört zu den beliebtesten afrikanischen Prachtfinkenarten. Er ist deswegen seit Beginn der europäischen Prachtfinkhaltung im 18. Jahrhundert im Vogelhandel erhältlich gewesen. Vermutlich war es der Ornithologe Vieillot, dem bereits vor 1790 die Erstzucht gelang, denn er erwähnt in seinem Werk Les oiseaux chanteurs nicht nur Balz und Nestbau der Senegalamaranten, sondern berichtet auch davon, dass für die erfolgreiche Aufzucht der Jungvögel höhere Raumtemperaturen nötig sind.

Meine Erfahrungen

ich hatte immer Glück auch mit Wildfängen obwohl auch berichtet wird das der Senegalamarant empfindlich in der Eingewöhnungsphase sei. Ich erlebte diesen in Afrika weit verbreiteten und auch in urbanen Gebieten anzutreffenden Prachtfinken als robusten Vogel und kann ihn auch dem Anfänger sehr empfehlen. Wie alle Prachtfinken hielt sich der Senegalamarant in meiner Biotopvoliere oft am Boden zur Nahrungsaufnahme auf und baute sein Nest im Dickicht von hohem Gras und Schilf. Im November 2019 hatte ich eine erfolgreiche Nachzucht mit dem einen Paar und sie zogen erfolgreich 3 Junge auf, schliesslich waren es dann vom gleichen Paar und einem anderen Paar 10 Jungvögel bis Ende Januar 2020

Blaukopfschmetterlingsfink  Uraeginthus cyanocephalus  Blue capped waxbill

Der Blaukopfschmetterlingsfink (Uraeginthus cyanocephalus), auch Blaukopfastrild genannt, ist eine Art aus der Gattung der Blauastrilde. Es werden für diese afrikanische Prachtfinkenart keine Unterarten unterschieden.

Beschreibung

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink erreicht eine Körperlänge von 14 Zentimeter und zählt damit zu den großen Prachtfinkenarten. Er ist ein naher Verwandter des Angola-Schmetterlingsfinken (Uraeginthus angolensis). Beiden Arten fehlen die roten Ohrflecke des gemeinen Schmetterlingsfinken (Uraeginthus bengalus); den Männchen des Blaukopf-Schmetterlingsfinken fehlen überdies auch die Grauzeichnung der Kopfplatte und des Nackens, sie haben einen vollständigen blauen Kopf. Die Farbe ist intensiver als beim Angola-Schmetterlingsfink. Das Braun auf der Körperseite ist gelblich und die Unterschwanzdecken sind lebhaft hell gelbbraun. Die Augen sind rötlich und auch der Schnabel ist rot. 

Das Weibchen ist am Oberkopf nur an der Stirn blau, ansonsten ist es braun. Einzelnen Individuen fehlt das Blau am Oberkopf sogar vollständig, sie weisen nur etwas Blau an den Körperseiten auf.

Verbreitung und Lebensweise

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink ist nur in Ostafrika heimisch. Er kommt vom Süden Äthiopiens und Somalias durch Kenia und der Nordhälfte Tansanias vor. Sein Lebensraum sind Savannen mit leichtem Akazienbewuchs in der Nähe von Gewässern sowie Halbwüsten. In Kenia reicht seine Höhenverbreitung bis 1.300 Höhenmeter. Auf Kurzgrassavannen kommt er in anderen Regionen seines Verbreitungsgebietes auch bis 2000 Meter ü. NN vor. Blaukopf-Schmetterlingsfinke leben paarweise oder in kleinen Schwärmen. Häufig sind sie mit Blauastrilden und Schmetterlingsastrilden und gelegentlich auch mit dem Senegalamarant vergesellschaftet.

Die Brutzeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet. Die Balz ist wie bei allen Blauastrilden eine Halmbalz. Das Nest wird in niedrigem Gebüsch errichtet und befindet sich häufig in der Nähe von Wespennestern. Diese Verhaltensweise zeigt auch der Schmetterlingsfink. Blaukopf-Schmetterlingsfinken nutzen gelegentlich auch alte Nester von Webervögeln. Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern. Die Brutzeit beträgt 13 bis 14 Tage. In den ersten Tagen nach dem Schlupf verfüttern die Altvögel überwiegend Insekten und erst nach etwa sieben Tagen beginnen sie, den Jungvögeln auch halbreife Samen zu bringen. Mit 18 bis 19 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Die Jugendmauser haben die Jungvögel etwa mit drei Monaten abgeschlossen und sind dann anhand des Gefieders nicht mehr von den Altvögeln zu unterscheiden.

Haltung

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink wurde erstmals 1927 nach Europa importiert. Erstimportland war England, von dort gelangten Individuen dieser Art auch nach Deutschland und Frankreich. Die Erstzucht gelang 1930 in Frankreich. In seinen Haltungsansprüchen entspricht der Blaukopf-Schmetterlingsfink dem Schmetterlingsfink und dem Blauastrild. 

Meine Erfahrungen

Auch der Blaukopfastrild ist ein wärmeliebender Prachtfink, welcher wie in der Wildniss gerne badet und auch das Futter wird gerne am Boden gesucht und aufgenommen, zudem sind animalisches Futter sowie halbreife Sämereien zur erfolgreichen Aufzucht unerlässlich. Trotz der intensiven blauen Färbung gab es in der grossen Biotop Voliere nie Streitigkeiten, da es ja auch genügend Rückzugsmöglichkeiten im Dickicht gab.

Grauastrild  Estrilda troglodytes  Black rumped waxbill

Der Grauastrild (Estrilda troglodytes), auch Grauer Astrild genannt, ist eine afrikanische Art aus der Familie der Prachtfinken. Es werden keine Unterarten für diese Astrildenartunterschieden. Der Jemenastrild, der in älterer Literatur als Unterart des Grauastrilden geführt wird, wird mittlerweile als eigenständige Art anerkannt. Gemeinsam mit dem Schwarzzügelastrild und dem Zügelastrild bildet der Grauastrild eine Allospezies, deren Verbreitungsgebiete sich berühren, aber nicht überschneiden.

Beschreibung

Grauastrilde erreichen eine Körperlänge von neun bis zehn Zentimeter und zählen damit zu den eher kleinen Prachtfinken. Auffällig ist der rote Schnabel und der rote Augenzügel. Am Ober- und Hinterkopf sind die Vögel hell-gräulich gefiedert. Die Brust ist hell. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Allerdings ist bei den Weibchen die Körperunterseite deutlich schwächer rot überwaschen. Jungvögeln fehlt der rote Augenstreif und sie weisen keine Wellenzeichnung des Gefieders auf. Ihr Schnabel ist noch schwarz statt rot wie bei den adulten Vögeln.

Ausnahmsweise kommen Grauastrilde vor, die anstelle des roten Augenstreifs einen gelben aufweisen. Auch der Körperunterseite fehlt der rosafarbene Anflug und ihre Körpermitte ist gelb anstatt rosenrot. Es handelt sich nach derzeitigem Erkenntnisstand um Vögel, die gelbe Nahrungskarotinoiede nicht in rote umwandeln und die daher an normalerweise rot gefärbten Stellen gelbe Farbstoffe ablagern.

Verbreitung

Er kommt vom Senegal über Gambia und Guinea bis nach Äthiopien und von dort in südlicher Richtung bis Uganda vor. Der Lebensraum des Grauastrilds sind Trockenbuschsavannen und Steppen mit dichten, dornigen Gesträuch. Er wird auch im Randbereich von Ortschaften beobachtet und hält sich auch auf Reisfeldern und am Rand von Sümpfen auf. In Äthiopien erreicht seine Höhenverbreitung bis zu 2.000 Höhenmeter.

Lebensweise

Außerhalb der Brutzeit kommt der Grauastrild meistens in Trupps von etwa 30 Individuen vor. Gelegentlich können solche Trupps aber auch aus mehreren hundert Individuen bestehen.[3] Er ist regelmäßig mit anderen Prachtfinken vergesellschaftet. Seine Nahrung sucht er überwiegend auf dem Boden. Das Nahrungsverhalten in freier Wildbahn ist nicht sehr gut erforscht. In Gefangenschaft frisst er überwiegend Samen von Gräsern und Kräutern sowie Insekten.

Die Brutzeit variiert je nach Standort, findet im Allgemeinen aber in der zweiten Hälfte der Regenzeit statt. Balzende Grauastrilde zeigen unter anderem eine Halmbalz, bei der das Männchen einen Halm oder ersatzweise eine Feder im Schnabel trägt und vor dem Weibchen tanzt. Auch das Weibchen kann den Halmtanz vorführen, singt dabei aber anders als das Männchen nicht.

Grauastrilde sind Freibrüter, die ihr kugeliges Nest meist am Boden im Gebüsch bauen. Für ihr Nest verbauen die Vögel feines Gras, Bast, Kokosfasern und Pflanzenwolle sowie Federn. Das Weibchen legt drei bis fünf Eier. Die Brutdauer beträgt zwischen 12 und 14 Tagen. Grauastrilde sind die Wirtsvögel der Dominikanerwitwe. Es handelt sich dabei um einen sehr spezialisierten Brutparasitismus. Die Dominikanerwitwe legt jeweils nur ein Ei in ein Nest von Grauastrilden. Die Jungen der Dominikanerwitwe wachsen gemeinsam mit ihren Stiefgeschwistern auf.

Haltung als Ziervogel

Grauastrilde werden schon sehr lange als Ziervogel gehalten. Die genaue Haltungsgeschichte lässt sich nicht mehr nachverfolgen, jedoch waren sie schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa bekannt. Der Ornithologe Louis Pierre Vieillot nennt sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts häufiger und bezeichnet sie als einen Vogel, der bei Prachtfinkenliebhabern sehr beliebt war. Vor und nach dem Ersten Weltkrieg war der Grauastrild sogar einer der am häufigsten nach Europa importierten Prachtfinken. Meist wurden sie über Marseille eingeführt.

Der Grauastrild gilt als eine Art, die sehr zutraulich wird und ausgesprochen robust ist. Wie kaum ein anderer afrikanischer Prachtfink überstand der Grauastrild den Fang, Transport und die Eingewöhnung im Käfig. Das hat dazu geführt, dass er in Europa nur selten für den Handel nachgezogen wurde. Das hat sich erst in den letzten Jahrzehnten geändert.

Meine Erfahrungen

Mit den Grauastrilden hatte ich immer die besten Zuchterfolge, alljährlich brüteten diese zuverlässig in den vielen Schilf- und Gras-Büschel und bauten freistehende Nester in Bodennähe, Hahnennester wurden nicht immer oder nur halbfertig gebaut. Trotz der Haltung eines Dominikanerwitwen Paares in der Gemeinschaftsvoliere, kam es nie zum Zuchterfolg dieser Brutparasiten. Ich behaupte jetzt mal, dass dies in der Gefangenschaft, wohl noch nie oder nur sehr selten gelungen ist. Allgemein, darf ich sagen, dass Grauastrilde, sehr angenehme, friedfertige und nach kurzer Zeit auch sehr zutrauliche Prachtfinken sind, die ich jedem Prachtfinkenliebhaber sehr empfehlen kann. Auch diese kleinen, lebhaften Prachtfinken baden liebend gerne und oft. Gerne nehmen nehmen sie halbreife Sämereien von aufrecht stehendem Gras und Hirsebündeln. In Afrika kann man oft Schwärme von 30 bis 50 Vögel beobachten, wie sie an Wasserlöchern und Pfützen baden oder im Grasland an den Halmen Samen fressen. Diese lustigen grauen Kerlchen mit roter Brille muss man einfach lieben!

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Wachtelastrild Ortygospiza atricollis African quail finch

Der Wachtelastrild ist eine afrikanische Art aus der Familie der Prachtfinken (Erstrildidae). Er ist ein ausgesprochener Bodenvogel, der sich nur selten wie andere Prachtfinken auf Zweige oder Grashalme setzt. Wie sein Name andeutet, bewegt er sich meist wachtelartig laufend, gelegentlich auch hüpfend zwischen Grasbüscheln fort.

Beschreibung

Der Wachtelastrild wird bis zu zehn Zentimeter groß. Die Geschlechter sind sich recht ähnlich, aber gut zu unterscheiden. Die Flügellänge liegt zwischen 47 und 58 mm, der Schwanz misst 25–31 mm.

Die Gesichtsregion bis um das Auge herum ist beim Männchen schwarz, das Kinn zeigt einen weißen Fleck direkt unter dem Schnabel. Dieser ist kurz, aber kräftig und purpurrot gefärbt. Scheitel, Nacken, Ohrdecken und Halsseiten sind graubraun. Rücken, Schulterfedern, Armdecken und Bürzel sind braungrau bis schokoladenbraun mit einem grauen Anflug vor allem im frisch vermauserten Gefieder. Die mittleren und großen Armdecken sind beige gesäumt, die Schwungfedern dunkelbraun mit blassen Säumen. Die Steuerfedern sind schwärzlich, die äußeren weisen verschieden weit ausgedehnte weiße Endflecken auf. Der Schwanz wirkt hinten gerade abgeschnitten. Vorderbrust und Flanken sind fein schwarz-weiß quergebändert. Auf der Brust findet sich manchmal bereits ein bräunlicher Anflug, die Bauchmitte ist lebhaft kastanien- bis fuchsbraun. Diese Färbung läuft zum Hinterleib hin in Beige aus und ist auf den Unterschwanzdecken zudem mit einer feinen, braunen Streifung versehen. Die Beine sind hellbraun bis fleischfarben. Das Weibchen ist insgesamt blasser und heller, ihm fehlt die schwarze Gesichtspartie, der gesamte Kopf ist grau. Der Oberschnabel ist dunkelbraun, der Unterschnabel orange bis orangerot.

Das Jugendkleid ähnelt dem des Weibchens. Brauntöne überwiegen dabei deutlich. Im Bereich der Brust fehlt die typische Querbänderung, zu den hinteren Flanken hin ist sie verwaschen ausgeprägt.

Manche Unterarten sind oberseits fast schwarz, andere weisen eine weiße „Brillenzeichnung“ oder einen ausgeprägteren, weißen Kinnfleck auf.

Verbreitung[Bearbeiten

Der Wachtelastrild ist in Afrika südlich der Sahara heimisch, wobei die Regenwaldregion eine umfangreiche Verbreitungslücke darstellt. Das westliche Teilareal reicht dabei vom Senegal bis in den Süden des Sudans, das ostafrikanische Vorkommen reicht vom zentralen Äthiopien südwärts bis Südafrika und südlich des Kongobeckens westwärts bis Angola

Lebensraum

Die Art bewohnt meist trockene, baumlose Savannen- und Steppengebiete mit üppigem Graswuchs. Er kommt aber auch auf den fast baumlosen Grasflächen des südafrikanischen Hochvelds vor. Dort, wo er in feuchterem Gelände vorkommt, darf der Graswuchs nicht zu hoch sein. Er kommt vom Flachland bis in Höhenlagen von bis zu 2.000 Metern vor.

Lebensweise

Wachtelastrilde leben paarweise oder in Gruppen zwischen vier und dreißig Vögeln. Werden Gruppen aufgescheucht, fliegen sie nicht in dichtem Schwarm auf, sondern ein Vogel nach dem anderen. Sie können fast senkrecht auffliegen und gewinnen dabei schnell an Höhe.

Der Wachtelastrild ernährt sich überwiegend von Sämereien und daneben auch von Insekten. Agrarflächen und offenes Grasland sind beliebte Futterplätze. Wie andere Wachtelastrilde zeigen sie viele Verhaltensweisen, die an eine Anpassung auf dem Leben auf dem Boden zu interpretieren sind. Gemeinsam mit den Heuschreckenastrilden sind sie die einzigen Prachtfinken, die nahezu hühnerartig zu laufen vermögen. Alle anderen Arten zeigen eine hüpfende Fortbewegung. Eine weitere Besonderheit ist, dass sie zur Kotabgabe zunächst einige Schritte zurücktrippeln, dann ihren Kot absetzen und dann wieder vorwärts laufen. Dies ist eine Verhaltensweise, die sich bei anderen Arten nur bei Jungvögeln findet. Welche Bedeutung dieses Verhalten bei Wachtelastrilden hat, ist bislang nicht geklärt.

Die Paarungszeit variiert abhängig vom Verbreitungsgebiet, fällt aber gewöhnlich auf das Ende der Regenzeit und in die Trockenzeit. In Südafrika brüten die Art in der zweiten Hälfte des südlichen Sommers und im Herbst, so dass ihre Brutzeit in den Zeitraum Dezember bis Juni fällt. In Kenia liegt diese dagegen zwischen April und August und im Januar.

Der Balzgesang des Männchens ist ein leises Geplauder bei lebhaft bewegtem Schnabel und stark bewegter Kehle. Die kugelartigen Nester werden mitten im Gras gebaut. Sie liegen häufig ein wenig versteckt in Bodenvertiefungen. Oft finden sich Nester in größerer Nähe zueinander. Das Nest besteht aus Gräsern und Fasern und wird mit kleinen Federn ausgepolstert. Manchmal werden auch die ausgedienten Nester von anderen Vogelartigen benutzt. Das Gelege umfasst drei bis sechs Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet werden. Die Jungvögel schlüpfen nach 12 bis 14 Tagen. Nach 18 bis 20 Tagen sind die Jungvögel voll befiedert und flügge.

Haltung

Der Wachtelastrild wurde zu Beginn der 1970er Jahre in England eingeführt. Die ersten Wachtelastrilde gelangten über den Tierimporteur Fockelmann 1874 auch nach Deutschland. Sie sind mittlerweile regelmäßig im Handel, wenn auch die Stückzahl gering ist. Die Nachzucht gelingt bei wenigen Haltern regelmäßig und Zuchterfolge über mehrere Generationen sind bislang eine Ausnahme.

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Meine Erfahrungen

Ein wunderbarer Prachtfink, wahrlich ganz anders als alle anderen Arten! Nach kurzer Zeit wurde mein Paar recht zutraulich und beobachteten mit Interesse wenn ich das Futter bereitstellte und waren dann natürlich immer die Ersten. Gerne suchen sie Sämereien hüpfend oder eben wie Wachteln laufend am Boden. Wenn ich die Voliere monatlich mit neuen Pflanzen versah tat ich dies immer erst auf der einen Hälfte und danach die andere. So konnten sich die Wachtelastrilden immer gut verstecken, da sie bei Panik aufschrecken und sich beim abrupten Hochfliegen verletzen könnten.  Zudem gewöhnten sich alle Vögel recht schnell an die Erneuerung der Pflanzen und des Bodengrundes. Während der Brutperiode verzichtete ich gänzlich auf alle Störungen. Leider kam es nie zum Zuchterfolg.

Goldbrüstchen Amandava subflava  Orange breasted waxbill

Das Goldbrüstchen (Amandava subflava) ist eine afrikanische Art aus der Familie der Prachtfinken. Sie besiedelt große Teile Afrikas südlich der Sahara und bewohnt Savannen, Grasland oder Schilfbestände in Gewässernähe. Es wurden mehrere Unterarten beschrieben.

Beschreibung

Goldbrüstchen sind etwa neun bis zehn Zentimeter große Prachtfinken und sind unter den afrikanischen Prachtfinken die Kleinsten. Namensgebend ist für sie die gelbe bis rotorange Färbung von Brust, Bauch und Unterschwanzdecken.

Das Männchen hat einen schwarzen Zügel. Der Überaugenstreif, der hintere Bürzel und die Oberschwanzdecken sind rot. Der Oberkopf, der Nacken sowie Rücken und Flügel sind grünlich grau. Der Schwanz ist schwarz, wobei die beiden äußersten Schwanzfedern variabel weiß gesäumt sind. Die Körperseiten sind matt gelb quergestreift. Die Unterschwanzdecken sind orangegelb, die übrige Körperunterseite goldgelb bis satt zitronengelb. Der Schnabel ist rot mit einem schwarzen First.

Die Weibchen sind etwas matter gefärbt als die Männchen und ihnen fehlt der rote Augenbrauenstreif. Das Gelb auf der Körperunterseite ist deutlich blasser. Die Augen des Weibchens sind rotbraun. Die Jungvögel sind insgesamt bräunlicher. Sie haben weder einen roten Augenbrauenstreif noch rot am Bürzel oder auf den Oberschwanzdecken.

Verbreitung

Goldbrüstchen sind Prachtfinken Afrikas, die diesen Kontinent südlich der Sahara weiträumig besiedeln. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Senegal über Guinea-Bissau und Liberia ostwärts durch die westafrikanischen Staaten bis Äthiopien und den Jemen. In südlicher Richtung kommen Goldbrüstchen vom südlichen Somalia und südlichen Kenia bis zur östlichen Hälfte Südafrikas vor. Innerhalb dieses Verbreitungsgebietes werden vier Unterarten unterschieden, die sich in ihrem Erscheinungsbild leicht unterscheiden.

Lebensraum und Lebensweise

Ähnlich wie der australische Binsenastrild lebt das Goldbrüstchen in Sumpfgebieten und in Schilf-, Papyrus- und Grassäumen entlang verschiedenster Gewässertypen. Es kommt auch in montanem Bergland, im dichten Bewuchs von Niederungswäldern oder in Simbabwe im Hyparrhenis-Grasland vor. Während der Nahrungssuche fliegt es weit in trockenes Grasland oder auf abgebrannte Flächen sowie Felder hinaus. Es hat sich auch menschlichen Siedlungsraum erschlossen und kommt häufig am Rand von Dörfern vor. In Johannesburg hält es sich da, wo künstliche oder natürliche Gewässer mit Schilf oder hohem Gras umstanden sind, auch am Rand der Stadt auf. Die Höhenverbreitung des Goldbrüstchens reicht vom Flachland bis in Höhenlagen von 2.400 Metern (Äthiopien).

Während der Brutzeit lebt es paarweise oder in kleinen Familienverbänden. Außerhalb der Brutzeit kann es in kleinen Gruppen von bis zu zwanzig Individuen beobachtet werden, allerdings bildet es gelegentlich mit anderen Prachtfinken größere Schwärme. Es sind sehr agile Vögel, die ständig in Bewegung sind. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Sämereien sowie kleinen Insekten. Der Gesang ist eine monotone Reihe von ziep-Rufen, die auch von den Weibchen und den Jungvögeln zu hören sind. Daneben verfügt es über eine Reihe weiterer Rufe.

Die Brutzeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet und fällt in der Regel in das Ende der Regenzeit und den Beginn der Trockenzeit. Zumindest im Süden ihres Verbreitungsgebietes errichten Goldbrüstchen selber keine Nester, sondern nutzen die verlassenen Nester anderer Vogelarten zur Brut. Häufig sind es die Nester von Oryxwebern. Nachgewiesen ist aber auch die Nestnutzung von Arten wie CistensängerSchildwidaSpiegelwidaSamtwidaFlammenweberBlutschnabelweberGroßer Goldweber und Weißstirnweber.

Systematik

Aufgrund von Ähnlichkeiten in Federkleid, Nistverhalten und Lebensraumansprüchen wird das Goldbrüstchen neben dem Tigerastrild und dem Olivastrild in die Gattung Amandava eingeordnet.[ Von einigen Autoren wird die Art aber auch in die monotypische Gattung Sporaeginthus gestellt.

Goldbrüstchen sind, wie der Tigerfink, nahe verwandt mit dem Wachtelastrild. Als Beleg der engen Verwandtschaft gilt die Rachenzeichnung der Jungvögel, die aus einem auffälligen Muster aus sechs Punkten besteht. Auch das Bettelverhalten aller drei Arten ist gleich.

Haltung

Es liegt keine genaue Dokumentation vor, seit wann Goldbrüstchen in Europa als Käfigvögel gehalten werden. Ähnlich wie die Zebrafinken zählen sie jedoch zu den beliebtesten Arten unter den Prachtfinken. Sie sind ausgesprochen widerstandsfähig und langlebig und eine Haltungsdauer von sechs bis sieben Jahren ist keine Seltenheit. Sie gelten außerdem als sehr einfach züchtbar.

Goldbrüstchen in Gefahr

Leider ist dieser kleinste der afrikanischen Prachtfinken in Gefahr! Immer mehr seiner bevorzugten Lebensräume verschwinden und doch ist man noch nicht ganz sicher, warum die Anzahl dieses Prachtfinken in den letzten Jahren besonders in einigen Gebieten Afrikas stark rückläufig war. Um dies besser zu verstehen und eventuelle Massnahmen zu unternehmen, gibt es inzwischen ein gut organisiertes ornithologisches Projekt. Für die englisch sprechenden Besucher sind folgende Links zum Thema besonders interessant.

Meine Erfahrungen

Obwohl Prachtfinken Halter, Goldbrüstchen erfolgreich züchten, hatte ich mit meinem Paar damals nie das Glück! Trotzdem liebte ich diesen kleinen Afrikaner, da er in der grossen Voliere sein natürliches Verhalten besonders gut zeigte und auslebte. Helfen wir also dem kleinen Afrikaner auch in der Natur zu überleben und unterstützen wir mit einer Spende die beiden Projekte. Danke und vergelt's Gott!

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