Meine Afrikaner

Für mich einer der schönsten Prachtfinken überhaupt, der Veilchenastrild

Hier möchte ich nach und nach, meine Ostafrikaner vorstellen die ich 1994 bis 2001 in 2 Gemeinschaftsvolieren hielt und welche ich gerne im Zusammenhang mit meinem Projekt 2018-2019 wieder halten würde. Als ich 2001 aus beruflichen Gründen leider mein geliebtes Hobby aufgeben musste, war ich froh das der erfahrene, leider 2016 viel zu früh verstorbene Vogelhalter und Züchter

Urs Schild meine Vögel übernahm und ihnen eine Artgerechte Haltung und Fütterung garantierte. Ich war beruhigt, dass meine Vögel eine neue, hervorragende Unterkunft erhielten. Gleich zu Anfang möchte ich meine beiden liebsten Afrikaner präsentieren, Veilchenastrild und Granatastrild, welche mich beide durch ihre Farben und ihre Eleganz faszinieren. Beide Arten sind sehr wärmeliebend und eignen sich nur für Innenvolieren welche mit speziellen Lampen ausgestattet sein sollten um mindestens

10 Stunden ideale Lichtverhältnisse und Sonnenschein für diese Exoten zu bieten. Alle Texte sind kurze eigene Erfahrungen da Ihr sicher alle bereits genaue Beschreibungen der einzelnen Arten in der Fachliteratur oder im Internet nachlesen konntet. Eines haben alle Prachtfinken gemeinsam wie ich dies auch in der Wildnis Afrikas, immer wieder beobachten konnte, nämlich wie Prachtfinken meist am Boden und an Grashalmen nach Futter suchen und wie sie oft und gerne baden. Deshalb füttere ich am Boden oder fixiere Samenstände und Kolbenhirse an Schilf und Bambusstäben, was wieder eine tolle Beschäftigungstherapie für die Vögel ist.

Prachtfinken
Prachtfinken
Prachtfinken
Prachtfinken

Meine Erfahrungen mit Veilchen- und Granatastrild

Ich hielt je ein Paar dieser schönen Prachtfinken in der grossen Grasland Biotop Voliere, habe aber beide Arten vorerst in einem grossen Boxenkäfig bei Wärme und viel Licht (Arcadia Bird Light) und fütterte vorwiegend halbreife und reife Sämereien. Danach erwiesen Sie sich als robuste Prachtfinken und trotz den vielen Hinweisen in der Fachliteratur waren auch sie friedfertig gegenüber Arten mit viel rot oder blau im Gefieder. In der Biotop Voliere hatte sich seit Anfang an ein natürliches Gleichgewicht ergeben, da es ja auch immer genügend Flucht Möglichkeiten gab. Streitereien waren höchst selten. Bei den Veilchenastrilden kam es zwar zum Nestbau aber leider hatte ich nie Bruterfolge. Zur erfolgreichen Zucht sind für beide Arten, grössere Zuchtvolieren mit viel Gestrüpp und Grasschollen sehr zu empfehlen. Diese beiden Arten faszinieren mich immer wieder aufs Neue, durch die Kombination der Farben ihres Federkleids. Leider sind Zuchterfolge noch immer rar und man sieht diese Prachtfinken auch auf Ausstellungen oder Börsen höchst selten. Ich wäre dankbar wenn sich Halter und Züchter melden würden!  Schreib mir: zambeziland@bluewin.ch

Prachtfinken

2 Pärchen an einer Wasserpfütze

Senegalamarant  Lagonosticta senegala  Red-billed firefinch or Senegal firefinch

Prachtfinken

Haltung

Der Senegalamarant gehört zu den beliebtesten afrikanischen Prachtfinkenarten. Er ist deswegen seit Beginn der europäischen Prachtfinkhaltung im 18. Jahrhundert im Vogelhandel erhältlich gewesen. Vermutlich war es der Ornithologe Vieillot, dem bereits vor 1790 die Erstzucht gelang, denn er erwähnt in seinem Werk Les oiseaux chanteurs nicht nur Balz und Nestbau der Senegalamaranten, sondern berichtet auch davon, dass für die erfolgreiche Aufzucht der Jungvögel höhere Raumtemperaturen nötig sind.

Meine Erfahrungen

ich hatte immer Glück auch mit Wildfängen obwohl auch berichtet wird das der Senegalamarant empfindlich in der Eingewöhnungsphase sei. Ich erlebte diesen in Afrika weit verbreiteten und auch in urbanen Gebieten anzutreffenden Prachtfinken als robusten Vogel und kann ihn auch dem Anfänger sehr empfehlen. Wie alle Prachtfinken hielt sich der Senegalamarant in meiner Biotopvoliere oft am Boden zur Nahrungsaufnahme auf und baute sein Nest im Dickicht von hohem Gras und Schilf. Im November 2019 hatte ich eine erfolgreiche Nachzucht mit dem einen Paar und sie zogen erfolgreich 3 Junge auf, schliesslich waren es dann vom gleichen Paar und einem anderen Paar 10 Jungvögel bis Ende Januar 2020

Blaukopfschmetterlingsfink  Uraeginthus cyanocephalus  Blue capped waxbill

Der Blaukopfschmetterlingsfink (Uraeginthus cyanocephalus), auch Blaukopfastrild genannt, ist eine Art aus der Gattung der Blauastrilde. Es werden für diese afrikanische Prachtfinkenart keine Unterarten unterschieden.

Beschreibung

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink erreicht eine Körperlänge von 14 Zentimeter und zählt damit zu den großen Prachtfinkenarten. Er ist ein naher Verwandter des Angola-Schmetterlingsfinken (Uraeginthus angolensis). Beiden Arten fehlen die roten Ohrflecke des gemeinen Schmetterlingsfinken (Uraeginthus bengalus); den Männchen des Blaukopf-Schmetterlingsfinken fehlen überdies auch die Grauzeichnung der Kopfplatte und des Nackens, sie haben einen vollständigen blauen Kopf. Die Farbe ist intensiver als beim Angola-Schmetterlingsfink. Das Braun auf der Körperseite ist gelblich und die Unterschwanzdecken sind lebhaft hell gelbbraun. Die Augen sind rötlich und auch der Schnabel ist rot. 

Das Weibchen ist am Oberkopf nur an der Stirn blau, ansonsten ist es braun. Einzelnen Individuen fehlt das Blau am Oberkopf sogar vollständig, sie weisen nur etwas Blau an den Körperseiten auf.

Verbreitung und Lebensweise

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink ist nur in Ostafrika heimisch. Er kommt vom Süden Äthiopiens und Somalias durch Kenia und der Nordhälfte Tansanias vor. Sein Lebensraum sind Savannen mit leichtem Akazienbewuchs in der Nähe von Gewässern sowie Halbwüsten. In Kenia reicht seine Höhenverbreitung bis 1.300 Höhenmeter. Auf Kurzgrassavannen kommt er in anderen Regionen seines Verbreitungsgebietes auch bis 2000 Meter ü. NN vor. Blaukopf-Schmetterlingsfinke leben paarweise oder in kleinen Schwärmen. Häufig sind sie mit Blauastrilden und Schmetterlingsastrilden und gelegentlich auch mit dem Senegalamarant vergesellschaftet.

Die Brutzeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet. Die Balz ist wie bei allen Blauastrilden eine Halmbalz. Das Nest wird in niedrigem Gebüsch errichtet und befindet sich häufig in der Nähe von Wespennestern. Diese Verhaltensweise zeigt auch der Schmetterlingsfink. Blaukopf-Schmetterlingsfinken nutzen gelegentlich auch alte Nester von Webervögeln. Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern. Die Brutzeit beträgt 13 bis 14 Tage. In den ersten Tagen nach dem Schlupf verfüttern die Altvögel überwiegend Insekten und erst nach etwa sieben Tagen beginnen sie, den Jungvögeln auch halbreife Samen zu bringen. Mit 18 bis 19 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest. Die Jugendmauser haben die Jungvögel etwa mit drei Monaten abgeschlossen und sind dann anhand des Gefieders nicht mehr von den Altvögeln zu unterscheiden.

Haltung

Der Blaukopf-Schmetterlingsfink wurde erstmals 1927 nach Europa importiert. Erstimportland war England, von dort gelangten Individuen dieser Art auch nach Deutschland und Frankreich. Die Erstzucht gelang 1930 in Frankreich. In seinen Haltungsansprüchen entspricht der Blaukopf-Schmetterlingsfink dem Schmetterlingsfink und dem Blauastrild. 

Meine Erfahrungen

Auch der Blaukopfastrild ist ein wärmeliebender Prachtfink, welcher wie in der Wildniss gerne badet und auch das Futter wird gerne am Boden gesucht und aufgenommen, zudem sind animalisches Futter sowie halbreife Sämereien zur erfolgreichen Aufzucht unerlässlich. Trotz der intensiven blauen Färbung gab es in der grossen Biotop Voliere nie Streitigkeiten, da es ja auch genügend Rückzugsmöglichkeiten im Dickicht gab.

Grauastrild  Estrilda troglodytes  Black rumped waxbill
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Der Grauastrild (Estrilda troglodytes), auch Grauer Astrild genannt, ist eine afrikanische Art aus der Familie der Prachtfinken. Es werden keine Unterarten für diese Astrildenartunterschieden. Der Jemenastrild, der in älterer Literatur als Unterart des Grauastrilden geführt wird, wird mittlerweile als eigenständige Art anerkannt. Gemeinsam mit dem Schwarzzügelastrild und dem Zügelastrild bildet der Grauastrild eine Allospezies, deren Verbreitungsgebiete sich berühren, aber nicht überschneiden.

Beschreibung

Grauastrilde erreichen eine Körperlänge von neun bis zehn Zentimeter und zählen damit zu den eher kleinen Prachtfinken. Auffällig ist der rote Schnabel und der rote Augenzügel. Am Ober- und Hinterkopf sind die Vögel hell-gräulich gefiedert. Die Brust ist hell. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Allerdings ist bei den Weibchen die Körperunterseite deutlich schwächer rot überwaschen. Jungvögeln fehlt der rote Augenstreif und sie weisen keine Wellenzeichnung des Gefieders auf. Ihr Schnabel ist noch schwarz statt rot wie bei den adulten Vögeln.

Ausnahmsweise kommen Grauastrilde vor, die anstelle des roten Augenstreifs einen gelben aufweisen. Auch der Körperunterseite fehlt der rosafarbene Anflug und ihre Körpermitte ist gelb anstatt rosenrot. Es handelt sich nach derzeitigem Erkenntnisstand um Vögel, die gelbe Nahrungskarotinoiede nicht in rote umwandeln und die daher an normalerweise rot gefärbten Stellen gelbe Farbstoffe ablagern.

Verbreitung

Er kommt vom Senegal über Gambia und Guinea bis nach Äthiopien und von dort in südlicher Richtung bis Uganda vor. Der Lebensraum des Grauastrilds sind Trockenbuschsavannen und Steppen mit dichten, dornigen Gesträuch. Er wird auch im Randbereich von Ortschaften beobachtet und hält sich auch auf Reisfeldern und am Rand von Sümpfen auf. In Äthiopien erreicht seine Höhenverbreitung bis zu 2.000 Höhenmeter.

Lebensweise

Außerhalb der Brutzeit kommt der Grauastrild meistens in Trupps von etwa 30 Individuen vor. Gelegentlich können solche Trupps aber auch aus mehreren hundert Individuen bestehen.[3] Er ist regelmäßig mit anderen Prachtfinken vergesellschaftet. Seine Nahrung sucht er überwiegend auf dem Boden. Das Nahrungsverhalten in freier Wildbahn ist nicht sehr gut erforscht. In Gefangenschaft frisst er überwiegend Samen von Gräsern und Kräutern sowie Insekten.

Die Brutzeit variiert je nach Standort, findet im Allgemeinen aber in der zweiten Hälfte der Regenzeit statt. Balzende Grauastrilde zeigen unter anderem eine Halmbalz, bei der das Männchen einen Halm oder ersatzweise eine Feder im Schnabel trägt und vor dem Weibchen tanzt. Auch das Weibchen kann den Halmtanz vorführen, singt dabei aber anders als das Männchen nicht.

Grauastrilde sind Freibrüter, die ihr kugeliges Nest meist am Boden im Gebüsch bauen. Für ihr Nest verbauen die Vögel feines Gras, Bast, Kokosfasern und Pflanzenwolle sowie Federn. Das Weibchen legt drei bis fünf Eier. Die Brutdauer beträgt zwischen 12 und 14 Tagen. Grauastrilde sind die Wirtsvögel der Dominikanerwitwe. Es handelt sich dabei um einen sehr spezialisierten Brutparasitismus. Die Dominikanerwitwe legt jeweils nur ein Ei in ein Nest von Grauastrilden. Die Jungen der Dominikanerwitwe wachsen gemeinsam mit ihren Stiefgeschwistern auf.

Haltung als Ziervogel

Grauastrilde werden schon sehr lange als Ziervogel gehalten. Die genaue Haltungsgeschichte lässt sich nicht mehr nachverfolgen, jedoch waren sie schon um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa bekannt. Der Ornithologe Louis Pierre Vieillot nennt sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts häufiger und bezeichnet sie als einen Vogel, der bei Prachtfinkenliebhabern sehr beliebt war. Vor und nach dem Ersten Weltkrieg war der Grauastrild sogar einer der am häufigsten nach Europa importierten Prachtfinken. Meist wurden sie über Marseille eingeführt.

Der Grauastrild gilt als eine Art, die sehr zutraulich wird und ausgesprochen robust ist. Wie kaum ein anderer afrikanischer Prachtfink überstand der Grauastrild den Fang, Transport und die Eingewöhnung im Käfig. Das hat dazu geführt, dass er in Europa nur selten für den Handel nachgezogen wurde. Das hat sich erst in den letzten Jahrzehnten geändert.

Meine Erfahrungen

Mit den Grauastrilden hatte ich immer die besten Zuchterfolge, alljährlich brüteten diese zuverlässig in den vielen Schilf- und Gras-Büschel und bauten freistehende Nester in Bodennähe, Hahnennester wurden nicht immer oder nur halbfertig gebaut. Trotz der Haltung eines Dominikanerwitwen Paares in der Gemeinschaftsvoliere, kam es nie zum Zuchterfolg dieser Brutparasiten. Ich behaupte jetzt mal, dass dies in der Gefangenschaft, wohl noch nie oder nur sehr selten gelungen ist. Allgemein, darf ich sagen, dass Grauastrilde, sehr angenehme, friedfertige und nach kurzer Zeit auch sehr zutrauliche Prachtfinken sind, die ich jedem Prachtfinkenliebhaber sehr empfehlen kann. Auch diese kleinen, lebhaften Prachtfinken baden liebend gerne und oft. Gerne nehmen nehmen sie halbreife Sämereien von aufrecht stehendem Gras und Hirsebündeln. In Afrika kann man oft Schwärme von 30 bis 50 Vögel beobachten, wie sie an Wasserlöchern und Pfützen baden oder im Grasland an den Halmen Samen fressen. Diese lustigen grauen Kerlchen mit roter Brille muss man einfach lieben!

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Wachtelastrild Ortygospiza atricollis African quail finch

Der Wachtelastrild ist eine afrikanische Art aus der Familie der Prachtfinken (Erstrildidae). Er ist ein ausgesprochener Bodenvogel, der sich nur selten wie andere Prachtfinken auf Zweige oder Grashalme setzt. Wie sein Name andeutet, bewegt er sich meist wachtelartig laufend, gelegentlich auch hüpfend zwischen Grasbüscheln fort.

Beschreibung

Der Wachtelastrild wird bis zu zehn Zentimeter groß. Die Geschlechter sind sich recht ähnlich, aber gut zu unterscheiden. Die Flügellänge liegt zwischen 47 und 58 mm, der Schwanz misst 25–31 mm.

Die Gesichtsregion bis um das Auge herum ist beim Männchen schwarz, das Kinn zeigt einen weißen Fleck direkt unter dem Schnabel. Dieser ist kurz, aber kräftig und purpurrot gefärbt. Scheitel, Nacken, Ohrdecken und Halsseiten sind graubraun. Rücken, Schulterfedern, Armdecken und Bürzel sind braungrau bis schokoladenbraun mit einem grauen Anflug vor allem im frisch vermauserten Gefieder. Die mittleren und großen Armdecken sind beige gesäumt, die Schwungfedern dunkelbraun mit blassen Säumen. Die Steuerfedern sind schwärzlich, die äußeren weisen verschieden weit ausgedehnte weiße Endflecken auf. Der Schwanz wirkt hinten gerade abgeschnitten. Vorderbrust und Flanken sind fein schwarz-weiß quergebändert. Auf der Brust findet sich manchmal bereits ein bräunlicher Anflug, die Bauchmitte ist lebhaft kastanien- bis fuchsbraun. Diese Färbung läuft zum Hinterleib hin in Beige aus und ist auf den Unterschwanzdecken zudem mit einer feinen, braunen Streifung versehen. Die Beine sind hellbraun bis fleischfarben. Das Weibchen ist insgesamt blasser und heller, ihm fehlt die schwarze Gesichtspartie, der gesamte Kopf ist grau. Der Oberschnabel ist dunkelbraun, der Unterschnabel orange bis orangerot.

Das Jugendkleid ähnelt dem des Weibchens. Brauntöne überwiegen dabei deutlich. Im Bereich der Brust fehlt die typische Querbänderung, zu den hinteren Flanken hin ist sie verwaschen ausgeprägt.

Manche Unterarten sind oberseits fast schwarz, andere weisen eine weiße „Brillenzeichnung“ oder einen ausgeprägteren, weißen Kinnfleck auf.

Verbreitung[Bearbeiten

Der Wachtelastrild ist in Afrika südlich der Sahara heimisch, wobei die Regenwaldregion eine umfangreiche Verbreitungslücke darstellt. Das westliche Teilareal reicht dabei vom Senegal bis in den Süden des Sudans, das ostafrikanische Vorkommen reicht vom zentralen Äthiopien südwärts bis Südafrika und südlich des Kongobeckens westwärts bis Angola

Lebensraum

Die Art bewohnt meist trockene, baumlose Savannen- und Steppengebiete mit üppigem Graswuchs. Er kommt aber auch auf den fast baumlosen Grasflächen des südafrikanischen Hochvelds vor. Dort, wo er in feuchterem Gelände vorkommt, darf der Graswuchs nicht zu hoch sein. Er kommt vom Flachland bis in Höhenlagen von bis zu 2.000 Metern vor.

Lebensweise

Wachtelastrilde leben paarweise oder in Gruppen zwischen vier und dreißig Vögeln. Werden Gruppen aufgescheucht, fliegen sie nicht in dichtem Schwarm auf, sondern ein Vogel nach dem anderen. Sie können fast senkrecht auffliegen und gewinnen dabei schnell an Höhe.

Der Wachtelastrild ernährt sich überwiegend von Sämereien und daneben auch von Insekten. Agrarflächen und offenes Grasland sind beliebte Futterplätze. Wie andere Wachtelastrilde zeigen sie viele Verhaltensweisen, die an eine Anpassung auf dem Leben auf dem Boden zu interpretieren sind. Gemeinsam mit den Heuschreckenastrilden sind sie die einzigen Prachtfinken, die nahezu hühnerartig zu laufen vermögen. Alle anderen Arten zeigen eine hüpfende Fortbewegung. Eine weitere Besonderheit ist, dass sie zur Kotabgabe zunächst einige Schritte zurücktrippeln, dann ihren Kot absetzen und dann wieder vorwärts laufen. Dies ist eine Verhaltensweise, die sich bei anderen Arten nur bei Jungvögeln findet. Welche Bedeutung dieses Verhalten bei Wachtelastrilden hat, ist bislang nicht geklärt.

Die Paarungszeit variiert abhängig vom Verbreitungsgebiet, fällt aber gewöhnlich auf das Ende der Regenzeit und in die Trockenzeit. In Südafrika brüten die Art in der zweiten Hälfte des südlichen Sommers und im Herbst, so dass ihre Brutzeit in den Zeitraum Dezember bis Juni fällt. In Kenia liegt diese dagegen zwischen April und August und im Januar.

Der Balzgesang des Männchens ist ein leises Geplauder bei lebhaft bewegtem Schnabel und stark bewegter Kehle. Die kugelartigen Nester werden mitten im Gras gebaut. Sie liegen häufig ein wenig versteckt in Bodenvertiefungen. Oft finden sich Nester in größerer Nähe zueinander. Das Nest besteht aus Gräsern und Fasern und wird mit kleinen Federn ausgepolstert. Manchmal werden auch die ausgedienten Nester von anderen Vogelartigen benutzt. Das Gelege umfasst drei bis sechs Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet werden. Die Jungvögel schlüpfen nach 12 bis 14 Tagen. Nach 18 bis 20 Tagen sind die Jungvögel voll befiedert und flügge.

Haltung

Der Wachtelastrild wurde zu Beginn der 1970er Jahre in England eingeführt. Die ersten Wachtelastrilde gelangten über den Tierimporteur Fockelmann 1874 auch nach Deutschland. Sie sind mittlerweile regelmäßig im Handel, wenn auch die Stückzahl gering ist. Die Nachzucht gelingt bei wenigen Haltern regelmäßig und Zuchterfolge über mehrere Generationen sind bislang eine Ausnahme.

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Meine Erfahrungen

Ein wunderbarer Prachtfink, wahrlich ganz anders als alle anderen Arten! Nach kurzer Zeit wurde mein Paar recht zutraulich und beobachteten mit Interesse wenn ich das Futter bereitstellte und waren dann natürlich immer die Ersten. Gerne suchen sie Sämereien hüpfend oder eben wie Wachteln laufend am Boden. Wenn ich die Voliere monatlich mit neuen Pflanzen versah tat ich dies immer erst auf der einen Hälfte und danach die andere. So konnten sich die Wachtelastrilden immer gut verstecken, da sie bei Panik aufschrecken und sich beim abrupten Hochfliegen verletzen könnten.  Zudem gewöhnten sich alle Vögel recht schnell an die Erneuerung der Pflanzen und des Bodengrundes. Während der Brutperiode verzichtete ich gänzlich auf alle Störungen. Leider kam es nie zum Zuchterfolg.

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Goldbrüstchen Amandava subflava  Orange breasted waxbill

Das Goldbrüstchen (Amandava subflava) ist eine afrikanische Art aus der Familie der Prachtfinken. Sie besiedelt große Teile Afrikas südlich der Sahara und bewohnt Savannen, Grasland oder Schilfbestände in Gewässernähe. Es wurden mehrere Unterarten beschrieben.

Beschreibung

Goldbrüstchen sind etwa neun bis zehn Zentimeter große Prachtfinken und sind unter den afrikanischen Prachtfinken die Kleinsten. Namensgebend ist für sie die gelbe bis rotorange Färbung von Brust, Bauch und Unterschwanzdecken.

Das Männchen hat einen schwarzen Zügel. Der Überaugenstreif, der hintere Bürzel und die Oberschwanzdecken sind rot. Der Oberkopf, der Nacken sowie Rücken und Flügel sind grünlich grau. Der Schwanz ist schwarz, wobei die beiden äußersten Schwanzfedern variabel weiß gesäumt sind. Die Körperseiten sind matt gelb quergestreift. Die Unterschwanzdecken sind orangegelb, die übrige Körperunterseite goldgelb bis satt zitronengelb. Der Schnabel ist rot mit einem schwarzen First.

Die Weibchen sind etwas matter gefärbt als die Männchen und ihnen fehlt der rote Augenbrauenstreif. Das Gelb auf der Körperunterseite ist deutlich blasser. Die Augen des Weibchens sind rotbraun. Die Jungvögel sind insgesamt bräunlicher. Sie haben weder einen roten Augenbrauenstreif noch rot am Bürzel oder auf den Oberschwanzdecken.

Verbreitung

Goldbrüstchen sind Prachtfinken Afrikas, die diesen Kontinent südlich der Sahara weiträumig besiedeln. Das Verbreitungsgebiet reicht vom Senegal über Guinea-Bissau und Liberia ostwärts durch die westafrikanischen Staaten bis Äthiopien und den Jemen. In südlicher Richtung kommen Goldbrüstchen vom südlichen Somalia und südlichen Kenia bis zur östlichen Hälfte Südafrikas vor. Innerhalb dieses Verbreitungsgebietes werden vier Unterarten unterschieden, die sich in ihrem Erscheinungsbild leicht unterscheiden.

Lebensraum und Lebensweise

Ähnlich wie der australische Binsenastrild lebt das Goldbrüstchen in Sumpfgebieten und in Schilf-, Papyrus- und Grassäumen entlang verschiedenster Gewässertypen. Es kommt auch in montanem Bergland, im dichten Bewuchs von Niederungswäldern oder in Simbabwe im Hyparrhenis-Grasland vor. Während der Nahrungssuche fliegt es weit in trockenes Grasland oder auf abgebrannte Flächen sowie Felder hinaus. Es hat sich auch menschlichen Siedlungsraum erschlossen und kommt häufig am Rand von Dörfern vor. In Johannesburg hält es sich da, wo künstliche oder natürliche Gewässer mit Schilf oder hohem Gras umstanden sind, auch am Rand der Stadt auf. Die Höhenverbreitung des Goldbrüstchens reicht vom Flachland bis in Höhenlagen von 2.400 Metern (Äthiopien).

Während der Brutzeit lebt es paarweise oder in kleinen Familienverbänden. Außerhalb der Brutzeit kann es in kleinen Gruppen von bis zu zwanzig Individuen beobachtet werden, allerdings bildet es gelegentlich mit anderen Prachtfinken größere Schwärme. Es sind sehr agile Vögel, die ständig in Bewegung sind. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus kleinen Sämereien sowie kleinen Insekten. Der Gesang ist eine monotone Reihe von ziep-Rufen, die auch von den Weibchen und den Jungvögeln zu hören sind. Daneben verfügt es über eine Reihe weiterer Rufe.

Die Brutzeit variiert in Abhängigkeit vom Verbreitungsgebiet und fällt in der Regel in das Ende der Regenzeit und den Beginn der Trockenzeit. Zumindest im Süden ihres Verbreitungsgebietes errichten Goldbrüstchen selber keine Nester, sondern nutzen die verlassenen Nester anderer Vogelarten zur Brut. Häufig sind es die Nester von Oryxwebern. Nachgewiesen ist aber auch die Nestnutzung von Arten wie CistensängerSchildwidaSpiegelwidaSamtwidaFlammenweberBlutschnabelweberGroßer Goldweber und Weißstirnweber.

Systematik

Aufgrund von Ähnlichkeiten in Federkleid, Nistverhalten und Lebensraumansprüchen wird das Goldbrüstchen neben dem Tigerastrild und dem Olivastrild in die Gattung Amandava eingeordnet.[ Von einigen Autoren wird die Art aber auch in die monotypische Gattung Sporaeginthus gestellt.

Goldbrüstchen sind, wie der Tigerfink, nahe verwandt mit dem Wachtelastrild. Als Beleg der engen Verwandtschaft gilt die Rachenzeichnung der Jungvögel, die aus einem auffälligen Muster aus sechs Punkten besteht. Auch das Bettelverhalten aller drei Arten ist gleich.

Haltung

Es liegt keine genaue Dokumentation vor, seit wann Goldbrüstchen in Europa als Käfigvögel gehalten werden. Ähnlich wie die Zebrafinken zählen sie jedoch zu den beliebtesten Arten unter den Prachtfinken. Sie sind ausgesprochen widerstandsfähig und langlebig und eine Haltungsdauer von sechs bis sieben Jahren ist keine Seltenheit. Sie gelten außerdem als sehr einfach züchtbar.

Goldbrüstchen in Gefahr

Leider ist dieser kleinste der afrikanischen Prachtfinken in Gefahr! Immer mehr seiner bevorzugten Lebensräume verschwinden und doch ist man noch nicht ganz sicher, warum die Anzahl dieses Prachtfinken in den letzten Jahren besonders in einigen Gebieten Afrikas stark rückläufig war. Um dies besser zu verstehen und eventuelle Massnahmen zu unternehmen, gibt es inzwischen ein gut organisiertes ornithologisches Projekt. Für die englisch sprechenden Besucher sind folgende Links zum Thema besonders interessant.

Goldbreast_Ventre_Laranja_Goldbr_stchen_
Orange_breasted_waxbill,_Amandava_subfla
Goldbreast_Ventre_Laranja_Goldbr_stchen_

Meine Erfahrungen

Obwohl Prachtfinken Halter, Goldbrüstchen erfolgreich züchten, hatte ich mit meinem Paar damals nie das Glück! Trotzdem liebte ich diesen kleinen Afrikaner, da er in der grossen Voliere sein natürliches Verhalten besonders gut zeigte und auslebte. Helfen wir also dem kleinen Afrikaner auch in der Natur zu überleben und unterstützen wir mit einer Spende die beiden Projekte. Danke und vergelt's Gott!